Gemeinsam

»Es wird immer noch sehr viel von Ost und West gesprochen. Jede Region hat Besonderheiten, die sie lebenswert machen. Wir alle sollten neugierig sein, diese herauszufinden.«

Annett aus Jena, geboren 1964 in der DDR, war am 9 November 1989 in Jena

Jena ist geprägt von der Erfahrung, dass Herausforderungen am besten gemeinsam angegangen werden. Sei es in dem Bemühen der Stadt, sich gegen rechtsextreme Aktivitäten zur Wehr zu setzen und der Aufarbeitung des rechten Terrors des sogenannten NSU, sei es bei großen Städtebauprojekten wie der Bebauung des Eichplatzes oder die Aufnahme von Geflüchteten. Erfolge und breit getragene Lösungen setzten Kooperationen voraus: zwischen Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft, gemeinsam mit Wissenschaftler:innen, Gewerkschaften und Kulturschaffenden, unterstützt von kleinen und großen Jenaer Unternehmen. Das Zukunftszentrum in Jena baut unmittelbar auf dieser Vielfalt des Engagements auf.

Die vielfältigen Initiativen in Jena, die gegenwärtige und zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen bearbeiten, nutzen die Ressourcen des Zukunftszentrums und füllen dieses mit ihrer Arbeit mit Leben. Die Themen reichen dabei von Klimawandel und ökologische Krise, über Fragen von Gerechtigkeit und sozialer Teilhabe, hin zu Engagement für Demokratie, gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Sexismus und Diskriminierung. Auch die Aufarbeitung des Nationalsozialismus und der DDR-Diktatur werden in Jena von zivilgesellschaftlichen Initiativen vorangetrieben.

Jenas exzellente Wissenschaftslandschaft steht im engen Austausch mit den Forscher:innen im Zukunftszentrum. Die Wissenschaftler:innen der Friedrich-Schiller-Universität, der Ernst-Abbe-Hochschule, des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft und der Forschungsinstitute auf dem Beutenberg und im Jenaer Umland bringen ihre Expertise zu den Auswirkungen und Erfahrungen von Umbrüchen – in der Vergangenheit, aber auch in Gegenwart und Zukunft – in die öffentlichen Debatten des Zukunftszentrum ein. Jenas vielfältige Kultureinrichtungen, aber auch die Akteure aus Subkultur und freier Szene stehen im engen Austausch mit dem Zukunftszentrum und machen die dort verhandelten Erfahrungen für die Besucher:innen unmittelbar erlebbar.

Das Zukunftszentrum greift dabei auf das hervorragende Netzwerk der Wissenschaftsstadt Jena nach Mittel- und Osteuropa zurück und erweitert und intensiviert dieses. Um die Perspektive des postsozialistischen Ostmitteleuropas adäquat einzubeziehen, liegt der Fokus aber nicht nur auf den Austausch zwischen Wissenschaftler:innen und politischen Entscheider:innen, sondern auf einer breiten Einbindung der Bürger:innen dieser Länder. Ein Schwerpunkt ist insbesondere die Zivilgesellschaft und deren Akteur:innen, Künstler:innen und Kulturschaffende. In Kooperation mit den Gewerkschaften finden Austausche zwischen Beschäftigten der verschiedenen Unternehmen und Branchen aus Ostdeutschland und den Ländern des östlichen Europas statt.

Jena ist bereits vielfach mit den umliegenden Städten und Gemeinden verflochten. Eine Zusammenarbeit, auf die das Zukunftszentrum unmittelbar aufbaut. So werden einerseits die unterschiedlichen Auswirkungen und Erfahrungen des Systembruchs von 1989/1991 bereits am Standort des Zukunftszentrums reflektiert: der Abbau von industriellen Kernen und Infrastruktur sowie Abwanderung haben die Regionen Ostdeutschlands unterschiedlich stark getroffen und wirken daher an verschiedenen Orten intensiver fort. Andererseits weißt das Jenaer Umland eine Reihe wichtiger und spannender Kooperationspartner auf: so z.B. die Internationale Bauausstellung Thüringen in Apolda, den Standort der Bundeszentrale für politische Bildung in Gera oder die Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar.

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